Fachlicher Austausch mit Mitgliedern des Landtagsausschusses zur Zukunft des Rettungsdienstes
Am 28. August 2026 durften wir auf der Rettungswache Zossen die SPD-Landtagsabgeordneten Ines Seiler, Dr. Jouleen Gruhn, Nadine Graßmel und Sina Schönbrunn zu einem intensiven Fachgespräch begrüßen. Alle vier Abgeordneten sind ordentliche Mitglieder des Ausschusses für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landtages Brandenburg.
Seitens der Rettungsdienst Teltow-Fläming GmbH nahmen Geschäftsführer Denny Bouchon sowie das Team der Rettungswache Zossen unter der Leitung von David Wörpel an dem Austausch teil.
Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die gegenwärtigen und zukünftigen Herausforderungen für die Finanzierung und Organisation des bodengebundenen Rettungsdienstes. Dabei ging es insbesondere um die möglichen Auswirkungen aktueller und geplanter bundesgesetzlicher Veränderungen, die Finanzierung der notwendigen Vorhaltung, den Umgang mit Einsätzen ohne anschließenden Patiententransport sowie die steigenden Belastungen für die kommunalen Rettungsdienstträger und die kommunalen Haushalte.
Als kommunaler Leistungserbringer hat die Rettungsdienst Teltow-Fläming GmbH die praktische Perspektive des täglichen Rettungswachen- und Einsatzbetriebes eingebracht. Unsere Beschäftigten stellen rund um die Uhr die personelle Einsatzbereitschaft sicher. Diese Leistung setzt qualifiziertes Personal, kontinuierliche Aus-, Fort- und Weiterbildung, leistungsfähige Rettungswachen sowie verlässliche organisatorische und finanzielle Rahmenbedingungen voraus. Viele dieser Kosten entstehen unabhängig davon, wie viele Einsätze tatsächlich stattfinden und ob ein Einsatz mit einem Patiententransport endet.
Frau Dr. Jouleen Gruhn, Vizepräsidentin des Landtages Brandenburg und gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, brachte interessante Themen und weiterführende Ansätze für künftige Gesetzgebungsverfahren in das Gespräch ein. Diese wurden gemeinsam mit den praktischen Erfahrungen und fachlichen Einschätzungen der Rettungsdienst Teltow-Fläming GmbH erörtert. Gerade der unmittelbare Abgleich politischer Überlegungen mit den tatsächlichen Abläufen und Herausforderungen eines kommunalen Rettungsdienstes machte den Austausch besonders wertvoll.
Ein besonderer Schwerpunkt lag auf den bundesgesetzlichen Vorhaben, die erhebliche Auswirkungen auf den bodengebundenen Rettungsdienst haben können. Seitens der Abgeordneten wurde ausdrücklich bekräftigt, dass sich die Landespolitik im Rahmen ihrer Einflussmöglichkeiten auch weiterhin für die besonderen Belange Brandenburgs in den bundespolitischen Gesetzgebungsverfahren einsetzen werde. Dazu gehören aus unserer Sicht insbesondere die Interessen der kommunalen Rettungsdienstträger, eine sachgerechte Finanzierung rettungsdienstlicher Leistungen und der Schutz der kommunalen Haushalte vor ungedeckten Mehrbelastungen.
Wir wissen es sehr zu schätzen, dass die anwesenden Landespolitikerinnen hierzu eine klare Haltung zum Ausdruck gebracht haben und die brandenburgischen Interessen auch künftig gegenüber der Bundesebene nachdrücklich vertreten wollen. Für die kommunalen Rettungsdienste ist es von großer Bedeutung, dass ihre praktischen Erfahrungen, ihre Finanzierungsprobleme und die besonderen Bedingungen eines Flächenlandes in bundesgesetzlichen Verfahren berücksichtigt werden.
Gleichzeitig wurde deutlich, dass auch das Brandenburgische Rettungsdienstgesetz modernisiert und stärker an die heutigen medizinischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen angepasst werden muss. Aus Sicht der RD TF GmbH gehören hierzu insbesondere:
- klare und rechtssichere Definitionen der unterschiedlichen Einsatz- und Leistungsarten,
- eine belastbare Finanzierung der notwendigen Vorhaltung und der Einsätze ohne anschließenden Transport,
- eindeutige Zuständigkeiten und Finanzierungsverantwortungen,
- eine bessere Verzahnung des Rettungsdienstes mit der ambulanten und stationären Versorgung,
- der Abbau vermeidbarer Bürokratie sowie
- Rahmenbedingungen, die einen wirtschaftlichen Betrieb ermöglichen, ohne Patientensicherheit und Versorgungsqualität abzusenken.
Für unsere Abteilung Aus-, Fort- und Weiterbildung sind diese Entwicklungen von unmittelbarer Bedeutung. Ein leistungsfähiger Rettungsdienst benötigt nicht nur Fahrzeuge und Medizintechnik, sondern vor allem qualifizierte Beschäftigte, kontinuierliche Fortbildung und planbare personelle Ressourcen. Aus-, Fort- und Weiterbildung sind deshalb kein nachrangiger Kostenfaktor, sondern eine wesentliche Grundlage für Versorgungsqualität, Patientensicherheit und die sichere Tätigkeit unserer Einsatzkräfte.
Der Besuch hat erneut gezeigt, wie wichtig der frühzeitige Austausch zwischen politischen Entscheidungsträgerinnen und denjenigen ist, die gesetzliche Regelungen im Rettungsdienst praktisch umsetzen. Die Rettungsdienst Teltow-Fläming GmbH wird ihre Erfahrungen als kommunaler Leistungserbringer auch weiterhin konstruktiv einbringen und sich für einen modernen, leistungsfähigen und verlässlich finanzierten Rettungsdienst einsetzen.
Wir bedanken uns bei Ines Seiler, Dr. Jouleen Gruhn, Nadine Graßmel und Sina Schönbrunn für das große fachliche Interesse, die eingebrachten Anregungen und den offenen, lösungsorientierten Austausch. Ebenso gilt mein Dank unserem Geschäftsführer Denny Bouchon, dem Team der Rettungswache Zossen unter der Leitung von David Wörpel sowie Mandy Ziemek für die Vorbereitung, Begleitung und Dokumentation des Termins.
S. Salzmann
Einsatzleiter Aus-, Fort- und Weiterbildung sowie Öffentlichkeitsarbeit






